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7 Frauen – 4 Jahrhunderte – Süsses Gift im Paulinum

Wie unterhaltsam Oper sein kann, bewies das Trio „Süßes Gift“ mit den Sängerinnen Sarah Nakic und Laura Lüdicke sowie der Pianistin Katrin Mainz im Dezember 2014 einmal mehr in der PGS (Paul-Gerhard-Schule) in Dassel. Sie präsentierten „gefährliche Frauencharaktere“ der Oper, wie z. B. die Königin der Nacht, Lucia di Lammermoor oder Carmen, die sich mit ihren berühmten Bravourarien vorstellten.

Charmante Frauen mit leichten Charakterschwächen, so ließe sich höflich umschreiben, was sie an diesem Abend zu bieten hatten. Zur Abwechslung sind es nicht die guten, tugendhaften, die zu Unrecht verfolgten Heldinnen mit ihren romantischen Verwicklungen und dem entsprechenden Happy- End, die die Hauptrolle spielen. Der Abend ist den Unsympathen, Hexen, Hysterikerinnen, Wahnsinnigen, Verliererinnen und Verführerinnen gewidmet, die seit Jahrhunderten auf den Bühnen intrigieren, morden und verführen.Eines haben sie alle gemeinsam: sie sind leidenschaftlich und nicht immer bemerkt ihr Gegenüber, dass er dabei ist, seinen Kopf zu verlieren. In Zahlen ausgedrückt: Ein Abend, „sieben Frauen“, vier Jahrhunderte, ordentlich Magie, ein paar gebrochene Herzen, ungezählte Tote, Wahnsinn und ein Geist.

Musik von G.F. Händel, W.A. Mozart – bis hin zu G. Bizet und K. Weill, bilden den Grundstock, um den herum die drei Musikerinnen eine Art „Menagerie der Anti- Heldinnen“, ein „Bestiarium feminae“ gebaut haben.Mit erklärenden, mal frechen, mal poetischen, Texten setzen sie die Protagonistinnen mit den fragwürdigen Charakteren gekonnt in Szene.

Wer an diesem Abend im schönen Abendkleid vorgetragene Liebesduette oder verzückte Heldinnen voller Edelmut erwartet hatte, wurde enttäuscht. Nicht aber enttäuscht sein konnte man von dieser grandiosen Unterhaltung mit wunderbarer Musik.

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